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Präsidentenwahl in Frankreich: Sozialist Hollande gewinnt erste Runde - Jetzt Duell mit Sarkozy

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Präsidentenwahl in Frankreich: Sozialist Hollande gewinnt erste Runde - Jetzt Duell mit Sarkozy

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Kopf-an-Kopf-Rennen in Frankreich: Der Kandidat der Sozialisten Francois Hollande hat mit 28,2 Prozent die Nase vorn. Der amtierende konservative Präsident Nicolas Sarkozy hat es mit 27 Prozent auf den zweiten Platz geschafft.
 
Bei der Stichwahl am 6. Mai wird also “Mister Normalo”, wie sich Hollande selbst bezeichnet gegen “Mister Bling Bling”, wie Sarkozy von der Presse getauft wurde, antreten.
 
Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, liegt mit 18,6 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Sie schnitt überraschend stark ab. Die Umfrage-Institute hatten rund 16 Prozent für Le Pen vorhergesagt.
 
Der Linkskandidat Jean-Luc Melenchon kam auf 10,9 Prozent, weniger als erwartet. Er gilt als talentierter Redner und hatte während des Wahlkampfs oft die Massen begeistert.
 
Der Zentrumskandidat Francois Bayrou konnte nur 9,2 Prozent der Wähler überzeugen. Experten zufolge wird er jedoch von Hollande und Sarkozy umworben werden. Beide sind scharf auf seine Wählerschaft und hoffen auf eine Wahlempfehlung von Bayrou.
 
Die kleinen Kandidaten schnitten folgendermaßen ab: Die ehemalige Ermittlungsrichterin, Eva Joly von den Grünen, kam auf 2,2 Prozent und der frühere Verwaltungsbeamte Nicolas Dupont-Aignan auf 1,8 Prozent. Weit abgeschlagen sind Philippe Poutou von der Neuen Antikapitalistischen Partei mit 1,2 Prozent, Nathalie Arthaud von der trotzkistischen Linkspartei mit 0,5 Prozent und Jacques Cheminade mit 0,2 Prozent.
 
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy war mit dem Slogan “Ein starkes Frankreich” in den Wahlkampf gezogen. Er hat jetzt aber eine erste Niederlage gegen seinen sozialistischen Kontrahenten Francois Hollande erlitten.
 
Sarkozy sprach von einer historischen Entscheidung. Er gab sich nicht geschlagen und rief alle Franzosen, die ihre Heimat lieben, dazu auf, für ihn zu stimmen. Sie müssten entscheiden, wer sie in Zukunft beschützen solle. Sarkozy schlug auch vor, drei TV-Duelle zu veranstalten.
 
Wer von den beiden, Hollande oder Sarkozy, in den Elysee-Palast einziehen wird, entscheidet sich am 6. Mai. Hollande geht mit einem kleinen Vorsprung ins Rennen. Zudem haben der Linkskandidat Jean-Luc Melenchon und die Kandidatin der Grünen Eva Joly bereits ihre Wähler dazu aufgerufen, in der zweiten Runde für Hollande zu stimmen.
 
Unklar ist allerdings, wie sich die Wähler von Marine Le Pen verhalten werden. Die rechtsextreme Front National hat in der ersten Runde so viele Stimmen bekommen wie nie zuvor. Le Pen erklärte am Wahlabend, die Schlacht um Frankreich
habe erst begonnen, nichts werde mehr so sein wie vorher. Das sei erst der Anfang.
 
Beobachtern zufolge deutet alles darauf hin, dass Hollande den Amtsinhaber Sarkozy in der Stichwahl in zwei Wochen schlagen kann.
 
Sarkozy gilt in Umfragen als “unbeliebtester Präsident” in der Geschichte der 1958 gegründeten fünften Republik. Er hat bereits angekündigt, falls er nicht wiedergewählt werde, wolle er der Politik den Rücken kehren und Geld verdienen.
 
Sollte Hollande sich am 6. Mai durchsetzen, wäre er der zweite sozialistische Präsident Frankreichs nach François Mitterrand.