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Rechtsextreme "Front National" drittstärkste Partei Frankreichs

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Rechtsextreme "Front National" drittstärkste Partei Frankreichs

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Es ist noch nicht lange her, seit Tochter Marine Le Pen die Parteiführung von ihrem Vater übernommen hat. Jean-Marie Le Pen hatte die Partei “Front National” 1972 gegründet. Er sitzt im Europaparlament. Den Einzug in die französische Nationalversammlung verhindert das Mehrheitswahlrecht. Um so zufriedener lobte der stolze Vater am Wahlabend die Tochter, die den Staffelstab übernommen habe und je schneller sie ihn vorantrage, umso besser.
Er selber wird mit dem Bild vom Wahlabend im April 2002 in die Geschichte eingehen, das ihn neben Präsident Jacques Chirac als Kandidaten für die Stichwahl zeigt. Jean-Marie Le Pen hatte im ersten Wahlgang den Sozialisten Jospin aus dem Rennen werfen können. Damit hatte erstmals ein Le Pen die etablierten Parteien das Fürchten gelehrt. Chiracs Nachfolger Nicolas Sarkozy zog daraus seine Lehren – und 2007 mit geschickt auf Wähler am rechten Rand zugeschnittener Wahlstrategie so manchen Le Pen-Wähler zu sich herüber. Seit 1988 hatte Le Pen bei jeder Präsidentenwahl zulegen können – 2007 kam der Einbruch. Nun aber hat Tochter Marine Le Pen bei ihrer ersten Präsidentenwahl den Stimmenanteil des Vaters aus besten Zeiten überboten.

Gilbert Collard, der Chef ihres Unterstützerkomitees sprach noch am Wahlabend von “einer neuen Rechten, wobei Sarkozy am Ende sei.”
wörtlich: “Jetzt ist Marine Le Pen Oppositionschef.
Auch wenn einige Leute noch nicht begriffen haben, dass man in einer neuen Welt rechte Positionen anders bestimmen muss.”
Front National steht mit diesem Wahlergebnis als dritt-stärkste Partei in Frankreich da.
Frederic Dabi vom Meinungsforschungsinstitut IFOP verweist darauf, dass erstmals ein zur Wiederwahl antretender Präsident nach der ersten Runde nicht an der Spitze liegt. Da kann Marine Le Pen bereits auf ein Auseinanderbröckeln der Sarkozy-Partei setzen. Die ist nicht mit der traditionsreichen CDU in Deutschland vergleichbar. Fast jeder Anwärter auf den Präsidentenposten hatte sich in den letzten 50 Jahren seine eigene Partei zurechtgeschneidert, die dann aber eher ein Wahlverein war. Marine Le Pen wird jetzt zum Angriff auf die Nationalversammlung blasen, die jeder neue Präsident neu wählen lässt. Die nächste Parlamentswahl findet im Juni statt.