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Japan will wieder Kernreaktoren in Betrieb nehmen

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Japan will wieder Kernreaktoren in Betrieb nehmen

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Geht es nach Japans Regierung, dann müssen gut ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe endlich wieder die ersten Kernreaktoren hochgefahren werden.

Einige Demonstranten in der Hauptstadt Tokio, vor dem Industrieministerium, sehen das aber anders: Sie wollen auf die Gefahren der Kernkraftwerke hinweisen – einige von ihnen sogar mit einem Hungerstreik.

“Zuvor habe ich nichts gegen Atomstrom unternommen”, sagt einer von ihnen; “damit bin ich mitschuldig. Das jetzt ist der letzte Kampf meines Lebens.” – “Nach Fukushima muss Schluss sein”, meint ein anderer, ebenfalls im Hungerstreik. “Sonst
steht auch Japan vor dem Ende.”

Es geht um zwei der vier Reaktoren im Kernkraftwerk Oi in der Provinz Fukui. Die Regierung
hat ihren Betrieb für sicher erklärt. Die umliegenden Provinzen haben aber noch nicht zugestimmt. Das müssen sie auch nicht, die Regierung legt auf die Zustimmung vor Ort aber Wert.

Die nahegelegene Millionenstadt Osaka lehnt den Atomstrom aus der Nähe jedoch ab. Oberbürgermeister Toru Hashimoto kritisiert das Genehmigungsverfahren. Die zuständige Kommission funktioniere zur Zeit noch nicht einmal, sagt er; wie also könne die Regierung von Sicherheit
sprechen? Das sei ein Zusammenbruch staatlicher Verwaltung.

Japan hat mehr als fünfzig Kernreaktoren. Zur Zeit ist aber nur noch einer in Betrieb, geht jedoch wegen Wartungsarbeiten ebenfalls bald vom Netz.
Die Regierung befürchtet deshalb für diesen Sommer
Engpässe in der Stromversorgung. Vor Fukushima kam fast ein Drittel des Stroms für Japan aus Kernkraftwerken.