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Britische Regierung wegen Murdoch-Kontakten unter Druck

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Britische Regierung wegen Murdoch-Kontakten unter Druck

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Die britische Regierung kommt wegen Verstrickungen mit dem Medienimperium von Rupert Murdoch unter Druck. Kultusminister Jeremy Hunt ist schwer angeschlagen, nachdem am Mittwoch sein Staatssekretär wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen an den Murdochs Medienkonzern NewsCorp zurücktrat. In der Sache geht es um die vollständige Übernahme des Fernsehsenders BSkyB durch NewsCorp.

“Ich bin überzeugt, wenn ich meine Sicht der Dinge darlege, wird die Öffentlichkeit erkennen, dass ich mich in der Angelegenheit absolut fair verhalten habe”, erklärte Kultusminister Hunt, dessen Ministerium für die Regulierung der Medien zuständig ist, am Mittwoch im Unterhaus. “In Wirklichkeit hat er die Übernahme nicht geprüft, sondern unterstützt. Deshalb muss er zurücktreten”, entgegnet Schattenkultusministerin Harriet Harmann von der Labour Partei.

Der Murdoch-Konzern News Corporation hatte dem Londoner Untersuchungsausschuss zur Pressethik E-Mails vorgelegt, aus denen eine sehr enge Verbindung der britischen Regierung mit Murdoch hervorging. Am Morgen hatte der 81-jährige Australier unter Eid vor dem Ausschuss ausgesagt:

“Ich begrüße die Möglichkeit, mit einigen Mythen aufzuräumen”, erklärte Murdoch. Er betonte, er habe niemals einen Premierminister um irgendetwas gebeten.

Beobachter sehen in der Übergabe der E-Mails an den Untersuchungsausschuss eine Racheaktion Murdochs, der sich nach dem Abhörskandal um seine News of the World vom britischen Politestablishment zu Unrecht an den Pranger gestellt sehe.