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Ruhm und Leiden der Julia Timoschenko

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Ruhm und Leiden der Julia Timoschenko

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Galt das von einem Giftanschlag entstellte Antlitz von Viktor Juschtschenko als das Gesicht der “Orangenen Revolution” – so präsentierte Julia Timoschenko ihre Haarpracht als politisches Statement. Als Bekenntnis zu den Traditionen der Ukraine. Aus der westlich modern gestylten Geschäftsfrau der frühen 90er Jahre, als man sie die “Gas-Prinzessin” nannte, wurde eine klug auf Wirkung achtende Politikerin.
Ministerpräsidentin im Februar 2005.
Aber ihre erste Regierung hielt nur acht Monate.
Im Dezember 2007 dann der zweite Anlauf.
Da hatten sich die Gefährten der “Orangenen Revolution” aber schon zu Rivalen entwickelt.
Und bei der nächsten Präsidentenwahl 2010 war der Revolution die Luft ausgegangen. Die Ukraine wählte blau statt organge. Und die Politikerin Timoschenko bekam ernste Probleme. Als ihr politischer Gegner Viktor Janukowitsch an die Macht kam, ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen sie.
Die Justiz warf ihr vor, 2009 als Regierungschefin einen für ihr Land nachteiligen Gasvertrag mit Russland ausgehandelt zu haben. Was anderswo einen Politiker sein Amt kosten würde, kostet sie ihre Freiheit. Die Anklage wurde noch um Steuerhinterziehung erweitert und alles zusammen führte im Oktober 2011 zum Urteil: 12 Jahre Freiheitsentzug. Inzwischen ist die 51jährige schwer krank. Von Bandscheibenvorfall ist die Rede. Nach schwierigen Verhandlungen durften ausländische Ärzte sie untersuchen. darunter zwei Spezialisten von der Berliner Charité, die feststellten, dass in ihrem Gefängnis eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich sei.
Ihre Anhänger verlangen von der Regierung in Kiew, dass sie die deutsche Einladung zur Behandlung in Berlin annehmen darf.