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UN-Flüchtlingshilfswerk: Ungarn behandelt Asylbewerber wie Kriminelle

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UN-Flüchtlingshilfswerk: Ungarn behandelt Asylbewerber wie Kriminelle

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Die Behandlung von Asylbewerbern in Ungarn verstößt möglicherweise gegen internationales Recht. Entsprechende Vorwürfe enthält ein aktueller Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks. Darin heißt es, tausende Asylbewerber würden wie Kriminelle behandelt und inhaftiert, etwa in Nyirbator, einem Gefängnis nahe der Grenze zur Ukraine.

Ein Flüchtling aus Afghanistan, der hier inhaftiert war, berichtet: “Wenn sich jemand unangemessen verhielt, wurde er in den Gefängnistrakt verlegt, den wir Guantanamo nannten. Flüchtlinge, die nicht taten, was man von ihnen verlangte – die etwa zu laut waren oder Streit anfingen – wurden mehrere Tage lang dort festgehalten und von der Polizei verprügelt.”

Dem UN-Bericht zufolge werden Asylbewerber in Ungarn während der Bearbeitung ihrer Anträge für bis zu fünf Monate am Stück in Zellen festgehalten. Sie seien körperlicher Gewalt ausgesetzt und würden häufig mit Medikamenten ruhig gestellt.

UNHCR-Regionalvertreter Gottfried Köfner sagt:

“Es ist sehr traurig. Diese Flüchtlinge fliehen aus einem guten Grund aus ihrer Heimat, vielleicht waren sie dort bereits im Gefängnis. Und das erste, was ihnen passiert, wenn sie die Grenzen zur Europäischen Union in Ungarn überschreiten, ist, dass sie festgenommen werden und wieder in einer Haftanstalt landen.”

Die Hilfsorganisation Pro Asyl forderte die deutsche Regierung unter Berufung auf den Bericht auf, Abschiebungen von Flüchtlingen nach Ungarn sofort zu stoppen.