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Urteil für Taylor - Warnung an andere Tyrannen

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Urteil für Taylor - Warnung an andere Tyrannen

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Erst Bandenführer – dann Staatsmann. Und am Ende das erste EX-Staatsoberhaupt, das nach den Nürberger Prozessen gegen die Nazi-Führer für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wird. So wird der heute 64jährige Charles Taylor in die Geschichte eingehen.
Sein Aufstieg beginnt in den 90er Jahren. 1997 wird er Präsident in Liberia. Da tobt im Nachbarland Sierra Leone schon seit 6 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Taylor mischt dort kräftig mit.
Auch wenn ihm kein konkreter Tötungsbefehl nachgewiesen werden kann. Das Gericht bezeichnet ihn als “Drahtzieher”, der an der Planung von Straftaten beteiligt war. Menschen werden gequält, versklavt. Die Hände schmutzig, bzw. blutig machen sich die Kämpfer der “Revolutionären Vereinigten Front”. Ihr Markenzeichen: das Abhacken von Gliedmaßen. Kinder werden zu Killern abgerichtet. Taylor soll von einem der Anführer als Bezahlung für seine Unterstützung die sogenannten “Blutdiamanten” bekommen haben.
Die wurden illegal in Minen in Sierra Leone abgebaut. Damit bezahlt wurden die Waffen für den Bürgerkrieg. Das alles trotz UN-Embargo. Was Taylor mit den Diamanten machte, kam vor Gericht auch zur Sprache. Da sagte u.a. Top-Model Naomi Campel aus, sie habe Taylor bei einem Wohltätigkeits-Dinner in Kapstadt kennen gelernt und anschließend wurde ihr ein Geschenk-Päckchen mit Diamanten ins Hotel gebracht. Von den Hintergründen habe sie nichts gewusst.
Taylor war 2006 in Nigeria festgenommen worden.
Die UN-Menschenrechtskommissarin bezeichnete den Schuldspruch als Warnung für andere Tyrannen, die meinen, sich in einem anderen Land zur Ruhe setzen und ein Luxusleben genießen zu können.