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Sarkozy: "Warum haben so viele Le Pen gewählt?"

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Sarkozy: "Warum haben so viele Le Pen gewählt?"

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Knapp anderthalb Wochen vor der Stichwahl um die französische Präsidentschaft buhlen die beiden Bewerber emsig um Wähler. Besonders Amtsinhaber Nicolas Sarkozy lehnt sich dabei bisweilen weit nach rechts. Doch auch sein sozialistischer Herausforderer Francois Hollande kommt an einem Lieblingsthema der Rechten nicht vorbei: Der Zuwanderung.

In einem Fernsehauftritt sagte er: “Die Ausländer, die sich regulär in Frankreich aufhalten, werden nicht abgeschoben. Aber die Ausländer, die irregulär hier sind, die nicht hier zu sein haben, die werden an die Grenzen zurückgebracht. Ich kann das nicht deutlich genug sagen. Die rechtmäßigen Ausländer sind da. Die, die kein Recht dazu haben, werden nicht mehr da sein.”

Der 57 Jahre alte Hollande liegt laut aktuellen Umfragen mit 55 Prozent weiter rund 10 Punkte vor dem gleichaltrigen Nicolas Sarkozy. Den treibt nun unter anderem die Frage um, wie er an die Wähler der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National gelangen kann.

“Sechseinhalb Millionen Franzosen haben sich für Frau Le Pen ausgesprochen. Das sind keine Rechtsextremen. Das sind nicht mal Protestwähler. Sie haben ein Krisenvotum abgegeben, oder sie haben deutlich gemacht, dass sie einige
der vorgeschlagenen Ideen gut finden. Die Frage, die sich ja nun für ganz Frankreich stellt, ist: Warum glauben sechseinhalb Millionen Franzosen, dass sie sich mit ihren Problemen Frau Le Pen anvertrauen können?”

Die wiederum hat sich in einem bösen Brief an die beiden Kandidaten gewandt. Sie schrieb, Sarkozy und Hollande stellten die Denkfähigkeit der FN-Wähler in Frage. Die hätten nämlich ganz bewusst und mitnichten aus Hoffnungslosigkeit für Le Pen gestimmt.