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"Keiner wird mich daran hindern, mit dem französischen Volk zu sprechen"

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"Keiner wird mich daran hindern, mit dem französischen Volk zu sprechen"

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Frankreich vor der entscheidenden Runde der Präsidentenwahl: Der Sozialist François Hollande liegt in Umfragen weiter vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Beide wissen: Noch ist alles drin. Wer die meisten der sechs Millionen Wähler der rechtspopulistischen Front National abschöpfen kann, hat gewonnen.

Mal werden sie als Überzeugungstäter gelockt, vor allem mit dem Reizthema “Überfremdung”. Mal als verirrte Protestwähler aus der eigenen Klientele.

Nicolas Sarkozy, Präsidentschaftskandidat der Mitte-Rechts-Partei UMP:

“Da heißt es, wir verbieten Ihnen, Monsieur Sarkozy, mit 6 Millionen Franzosen zu sprechen. Dann wäre es aber auch angesagt gewesen, Madame Le Pen in der ersten Runde die Kandidatur zu verbieten. Keiner wird mich daran hindern, mit dem französischen Volk zu sprechen. Mit dem ganzen französischen Volk.”

Spitzenreiter Hollande wirbt mit dem Wechsel. Wandel will er aber nun gerade nicht, eher die Rolle rückwärts. So soll der mühsam ausgehandelte europäische Fiskalpakt neu verhandelt werden. Die Europäische Zentralbank soll in den Statuten den Auftrag bekommen, für mehr Wachstum zu sorgen.

Und die starke Rechte? Illegale Ausländer will auch er abschieben und Deutschland dürfe nicht die Geschicke Europas bestimmen.

Es sei seine Pflicht, mit deren Wählern zu sprechen, so Hollande, vom radikalen Gedankengut will er aber die Finger lassen.

François Hollande, Kandidat der Sozialisten:

“Sarkozy will bei der extremen Rechten nun das finden, was ihm fehlt. Er wirbt als hemmungsloser Kandidat der Rechten. Das ist aber nicht nur hemmungslos, er ist im Begriff, sich völlig umzudefinieren. Schon das Vokabular driftet ab, seine Themen, seine Ausdrücksweise zu Einwanderung, Islam, Innerer Sicherheit. Er taucht im Moment in das Programm der extremen Rechten ein.”

“Das soll ja eine Protestwahl gegen Sarkozy gewesen sein,” zischt der zurück. Zu mehr als 27 Prozent! Hollande habe kaum mehr als 28 Prozent geholt. Ein Referendum “Pro Hollande” könne er da nicht erkennen.

Die Entscheidung fällt am 6. Mai.

mit AFP, Reuters