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Griechenland: Auffanglager für illegale Migranten eröffnet

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Griechenland: Auffanglager für illegale Migranten eröffnet

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In Griechenland ist das erste Auffanglager für illegale Einwanderer eröffnet worden. Es steht am Stadtrand von Athen, Dutzende weitere sollen noch folgen. Unterstützt von der EU, will die Regierung in Athen so der großen Zahl von illegalen Einwanderern Herr werden. Die EU fordert den Ausbau der griechischen Asylbehörde und eine bessere Kooperation mit der Türkei. Denn: Die meisten der Einwanderer kommen über die sehr durchlässige türkisch-griechische Grenze. Viele ziehen dann weiter in andere EU-Länder, nicht wenige bleiben aber auch in Griechenland.

Dort werden sie nun auch zum Ziel rechtsextremistischer Gruppierungen, wie etwa der Partei “Goldene Morgendämmerung.” Für die sind die ohnehin ungewollten Einwanderer angesichts der Krise die idealen Sündenböcke für so ziemlich alles. Ein hochrangiges Parteimitglied rechnet vor:

“Die griechischen Fabriken müssen wieder auferstehen. Ihre Schlote müssen wieder qualmen und natürlich müssen alle illegalen Einwanderer das Land verlassen. Momentan sind mehr als drei Millionen von ihnen hier. Wenn sie gehen, haben wir drei Millionen Jobs für Griechen.”

Offizielle Rechnungen gehen von aktuell einer Million Einwanderern aus, die in Griechenland leben. Das Land selbst hat rund 11,5 Millionen Einwohner. Dennoch: Mit ihrem Kurs kommen die Extremisten nicht wenigen im Volk durchaus entgegen.

Ein Mann sagt: “Wir haben kein Vertrauen in die Sozialisten oder die Konservativen. Sie haben uns verlassen und jetzt wenden wir uns eben der Goldenen Morgendämmerung und anderen Kleinparteien zu.”

Laut den Behörden hat die illegale Einwanderung aus Asien und Afrika unter anderem zu einem Anstieg von Kriminalität und Armut geführt. Allerdings sehen viele diesen Rechtsrutsch auch mit größter Sorge. Ketty Kehagioglou vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sagt: “Diese Rhetorik, mit der die Schwachen stigmatisiert und über einen Kamm geschert werden, dient sehr kurzfristig nur denen, die solche Ängste verbreiten. Langfristig ist das aber sehr gefährlich für die gesamte Gesellschaft.”

Auch Gegner der Rechten zeigen Präsenz. Ob das deren Höhenflug stoppt, ist fraglich. Am 6. Mai sind in Griechenland Parlamentswahlen, und manche Beobachter gehen davon aus, dass die Rechtsextremen die für den Einzug notwendige Dreiprozenthürde überspringen werden.