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London erwartet Frankreichs Reiche

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London erwartet Frankreichs Reiche

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Krise – welche Krise?

In Londons exklusiven Penthäusern bereiten sich die Immobilienmakler auf Frankreichs Bestverdienende vor. Schon jetzt wohnt im Bezirk South Kensington mit seinen Luxusherbergen eine erkleckliche Zahl von Exil-Franzosen – Tendenz steigend, erklärt der Immobilienspezialist James Pace von Knight Frank: Während das Interesse im Rest Europas um zehn Prozent gesunken sei, sei das Kaufinteresse der Franzosen um dreißig Prozent gestiegen und es richte sich vor allem auf die teuren Objekte von fünf Millionen Pfund und mehr – Leute, die offensichtlich hierherziehen wollten und nicht nur an kleineren Objekten zum Vermieten interessiert seien.

Mit einem Machtwechsel in Paris könnte das Interesse noch wachsen, meint auch der französische Steuerexperte Laurent Leclercq: Der sozialistische Herausforderer Francois Hollande schlage eine neue Reichensteuer von 75 Prozent vor für Einkommen von über einer Million Euro. Solch hohe Steuern könnten einige außer Landes treiben, die dies bislang nicht vorgehabt hätten.

Beide Präsidentschaftskandidaten planen Steuererhöhungen. Das Immobilieninteresse, ob dies- oder jenseits des Ärmelkanals, dürfte aber mehr als nur der Wahl geschuldet sein – in Krisenzeiten investiert man schließlich in sichere Werte…