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Bolivien verstaatlicht spanische Stromtochter

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Bolivien verstaatlicht spanische Stromtochter

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Eine weitere Hiobsbotschaft für Spanien: Boliviens Präsident Evo Morales hat ein Tochterunternehmen des spanischen Stromversorgers REE verstaatlicht. Er unterzeichnete am Maifeiertag ein entsprechendes Dekret. Demnach werden alle Aktien des Stromnetzbetreibers Transportadora de Electricidad (TDE) vom nationalen Stromversorger übernommen.

Es sei die Politik der Regierung, die Kontrolle und Leitung strategisch wichtiger Unternehmen wiederzuerlangen, darunter auch des Stromnetzbetreibers, erklärte Morales bei einer Maikundgebung.

An früheren Maifeiertagen hatte er schon die Verstaatlichung von anderen Strom- und Ölkonzernen angeordnet.

Morales entsandte umgehend Soldaten zu den Anlagen des Unternehmens. Es betreibt knapp drei Viertel des bolivianischen Stromnetzes und gehörte zu fast hundert Prozent dem spanischen Mutterkonzern. Dieser will mit Bolivien über Entschädigungszahlungen verhandeln.

Erst kürzlich hatten die Spanier die Ankündigung der argentinischen Regierung zu verdauen, eine Tochterfirma des spanischen Ölkonzerns Repsol zu verstaatlichen. In diesem Fall kündigte die spanische Regierung Widerstand an. Zunehmend versuchen die Staaten in Südamerika, ihre Energie- und Rohstoffsektoren zurückzuerorbern.