Eilmeldung

Eilmeldung

Hollande: "Was hat Sarkozy denn sonst am 1. Mai gemacht?"

Sie lesen gerade:

Hollande: "Was hat Sarkozy denn sonst am 1. Mai gemacht?"

Schriftgrösse Aa Aa

Landesweit stand dieser 1. Mai in Frankreich ganz im Zeichen des Wahlkampfs. Herausforderer François Hollande mokierte sich in Nevers darüber, dass sein Gegner an diesem Tag die “wahre Arbeit” feiern wollte:

“Plötzlich entdeckt der Kandidat den 1. Mai. Ich weiß ja nicht, was er bis dahin immer am 1. Mai gemacht hat. Seine innersten Gedanken hat er uns da jedenfalls bisher nicht vorgetragen. Aber dieses Jahr lädt er sich selbst ein. Na gut, das darf er. Ich nehme aber nicht hin, dass der Kandidat sich den Wert Arbeit aneignet. Den Wert Arbeit verteidigen wir alle gemeinsam.”

Die Gewerkschaften mobilisierten nach eigenen Angaben im ganzen Land gut eine dreiviertel Million Menschen für die traditionellen Märsche – weit mehr als in den Vorjahren. Kaum die Klientel eines konservativen Präsidenten:

“Die Parole ist: Sarkozy schlagen. Damit wir Arbeit haben. Und all das, was er uns in fünf Jahren nicht gegeben hat”, gibt sich ein Teilnehmer kämpferisch, ein anderer erklärt: “Nie war der 1. Mai so politisch. Weil wir kurz vor der Stichwahl stehen, und weil Herr Sarkozy es sich schon zu lange erlaubt, die Arbeiterklasse und die einfachen Leute schlecht zu behandeln. Deshalb sind wir hier, wir haben genug und wollen, dass er geht.”

Der Chef der mächtigen Gewerkschaft CGT hat offen zur Abwahl Nicolas Sarkozys aufgerufen. So weit gehen andere Gewerkschaftschefs nicht, aber die Grundtendenz ist klar. Und ihren Tag der Arbeit wollen sie auch nicht vereinnahmen lassen…