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Murdoch bringt britische Politiker in Bedrängnis

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Murdoch bringt britische Politiker in Bedrängnis

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Mit den Briten hat es sich der australische Medienmogul mit amerikanischem Pass nun endgültig verdorben. Und das, nachdem sie jahrzehntelang so eifrig seine Produkte gekauft hatten, dass er zum Meinungsmacher auf der Insel werden konnte. Gleich zwei Untersuchungsgremien haben bei der peinliche Befragung von Robert Murdoch und seinem Sohn James so manchen Skandal beleuchtet. Zunächst wurden die Murdochs vor die von Premier David Cameron eingesetzte Kommission unter Leitung von Richter Leveson zitiert. Da ging es um die illegalen Abhörpraktiken.
Als deren Ausmaß bekannt wurde, musste Murdoch sein Skandalblatt “News of the World” einstellen.
Eine Kommission des Parlaments untersucht auch das Verhalten eines Ministers, als Murdoch den bezahlsender BSkyB vollständig übernehmen wollte.
Jeremy Hunt, Minister für Kultur und Medien in der Regierung Cameron, soll Murdoch beizeiten Unterstützung signalisiert haben. Ihm wird vorgeworfen, bei diesem wettbewerbsrechtlich umstrittenen Deal Murdoch einen Vorteil verschafft zu haben. Das alles leugnet Hunt und antwortet auf Reporterfragen, er habe dem Anwalt, der ihn vor dem Ausschuss vertritt, alle Details seiner Kommunikation in Sachen BSkyB gegeben und er sei sicher, es werde sich herausstellen, dass er völlig integer gehandelt habe. Zumindest die Opposition im Unterhaus glaubt ihm das nicht. Labour-Chef und Oppositionsführer Ed Miliband verlangt seinen Rücktritt mit dem Argument, Hunt habe mit seinen Ratschlägen der Murdoch-Firma Wettbewerbsvorteile verschafft.
Der Premierminister stärkt im Moment noch seinem Minister den Rücken. Logisch. Denn wenn der über diese Affäre stürzt, wird auch am Premier etwas hängen bleiben.