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"The Brussels Business" - Lobbyismus in Brüssel

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"The Brussels Business" - Lobbyismus in Brüssel

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“The Brussels Business” ist der Titel eines neuen Dokumentarfilms, der einen Blick hinter die Kulissen Brüssels wirft. Es geht um die Entscheidungsprozesse in Europa und vor allem um den Einfluss von Lobbyisten. Kühle Bilder und eine oft düstere Hintergrundmusik führen die Zuschauer in eine kaum durchschaubare Welt, in der wirtschaftliche und politische Interessen miteinander verflochten sind. “The Brussels Business” läuft in Belgien und in Österreich bereits in den Kinos. Auch im übrigen Europa soll er gezeigt werden, die Starttermine stehen allerdings noch nicht fest. Seine belgische Premiere erlebte er beim Millenium Festival für Dokumentarfilme in Brüssel. Das ausverkaufte Vendome-Kino in der europäischen Hauptstadt war für Zlatina Rousseva, die künstlerische Leiterin des Festivals, ein Beweis für das große Interesse des Publikums an dem Thema: “Etwa einhundert Interessierte haben sich auf die Warteliste setzen lassen. Können Sie sich das vorstellen? Das heißt, das die Leute wissen wollen, wie die Entscheidungen in der europäischen Gemeinschaft getroffen werden.” Nach der Vorführung in Brüssel gab es eine Diskussion. Während die einen insbesondere die kritische Sicht der Filmemacher hervorhoben, bemängelten andere, der Dokumentarstreifen dramatisiere die Lage, er arbeite mit Übertreibungen. “Als frühere Europaabgeordnete und frühere stellvertretende Parlamentspräsidentin habe ich mich mit dem Thema Lobbyismus befasst und mich für Transparenz eingesetzt”, so Diana Wallis. “Ich wünsche, die Arbeit des Parlaments wäre angemessener dargestellt worden.” “Der Film setzt sich für eine bestimmte Sache ein”, urteilt Gerard Legris, der für die EU-Kommission arbeitet. “Er erweckt den Eindruck, Brüssel sei etwas Kompliziertes und unterliege dem Einfluss bestimmter Kreise. Der Film weckt Ängste.” Wir sprachen mit den beiden Filmemachern Friedrich Moser und Matthieu Lietaert. Mehr dazu in unserer Rubrik Close Up.