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"Ein TV-Duell hat noch keine Wahl beeinflusst"

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"Ein TV-Duell hat noch keine Wahl beeinflusst"

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Wenige Tage vor der Präsidentschaftsstichwahl in Frankreich setzen die Kandidaten voll auf die Wirkung des TV-Duells. Euronews-Korrespondent Giovanni Magi wollte nun vom Chef des Umfrage-Instituts BVA Opinion wissen, ob dadurch in Frankreich Wahlergebnisse überhaupt beeinflusst werden.

Gaël Sliman (BVA Opinion)

“Seit gut vierzig Jahren gibt es bei uns solche Fernsehdebatten. Und bisher haben sie noch kein Wahlergebnis beeinflusst. Zumindest konnte das nie nachgewiesen werden. Alle Umfragen vor und nach solchen Diskussionen haben gezeigt, dass es keinerlei Veränderungen gab.”

euronews

“Wer profitiert von den Wählerstimmen der im ersten Wahlgang ausgeschiedenen kleinen Kandidaten?”

Gaël Sliman

“Die große Mehrheit derjenigen, die die extreme Linke von Jean-Luc Melenchon gewählt haben, wird zu neun Zehnteln für Francois Hollande stimmen. Die Wähler der extremen Rechten von Marine Le Pen wiederum sind eher unentschlossen. Weniger als sechs von zehn wollen ihre Stimme Nicolas Sarkozy geben, 20 Prozent wären bereit, Hollande zu wählen.”

euronews

“Wie hoch schätzen Sie die Wahlbeteiligung ein und was ist mit den Unentschlossenen?”

Gaël Sliman

“Es gibt einige sehr entschlossene Wähler, die ganz sicher abstimmen werden und die uns sagen, dass sie bereits eine Entscheidung getroffen haben. Es gibt aber auch viele Nichtwähler. Marine Le Pen hat ja dazu aufgerufen, leere oder ungültige Wahlzettel abzugeben. Sollten ihre Anhänger dem folgen, dann könnte eine Niederlage von Nicolas Sarkozy möglicherweise noch deutlicher ausfallen als im Moment vorhergesagt. Sollten die Wähler der rechten Front National aber doch wählen, dann könnte Sarkozy den Abstand auf Hollande verkleinern.”

Euronews-Korrespondent Giovanni Magi

“Dies sind geschäftige Tage für Meinungsforscher. Aber abseits aller Statistiken ist vor allem die Stimmung dieser Kampagne weiter äußerst hitzig. Bis Sonntag wird es ohne Zweifel noch genügend Gelegenheiten für Debatten, Diskussionen und Kontroversen geben.”