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"Helfen Sie meiner ganzen Familie hier raus"


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"Helfen Sie meiner ganzen Familie hier raus"

Der blinde chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat die US-Botschaft in Peking nach Angaben seiner Freunde nur unter Druck verlassen – das widerspräche den Aussagen der amerikanischen und der chinesischen Regierung.

Der Aktivist habe von chinesischen Drohungen berichtet, so seine Mitstreiterin Zeng Jinyan und der chinesische Bürgerrechtsanwalt Teng Biao per Kurznachrichtendienst nach Gesprächen mit dem 40-jährigen.

Chen war nach sechs Tagen in der diplomatischen Vertretung in Begleitung des US-Botschafters in ein Krankenhaus gebracht worden.

Chen Guangcheng, Aktivist:

“Wenn ich da nicht rausgegangen wäre, hätten sie meine Familie in Gefahr gebracht und zurück nach Shandong geschickt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die US-Regierung, und die Botschaft dafür waren, dass ich die Botschaft verlasse. Helfen Sie meiner ganzen Familie hier raus.”

Chen habe das Gefühl, seine Familie nicht schützen zu können, berichtete Zeng Jinyan. Er habe offenbar auch seine bisherige Meinung geändert, wonach er eigentlich in China bleiben wollte. Chens Frau Yuan Weijing habe gesagt: “Ich habe Angst.”

Der Fall belastet den Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton zum “strategischen und wirtschaftlichen Dialog” in Peking.

Chen hatte erzwungene Abtreibungen im Rahmen der Ein-Kind-Politik kritisiert und war nach vier Jahren Gefängnis und 19 Monaten Hausarrest inseinem Dorf Dongshigu in der Provinz Shandong am Sonntag vor einer Woche seinen Bewachern entkommen.

mit AP, dpa, Reuters

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