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Tote bei Protesten in Kairo

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Tote bei Protesten in Kairo

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Drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Ägypten sind bei Zusammenstößen zwischen Schlägertrupps und Demonstranten Kairo mindestens neun Menschen getötet worden. Krankenhausärzte berichteten, insgesamt 170 Demonstranten hätten Verletzungen erlitten, als die Angreifer mit Stöcken, Brandbomben und anderen Waffen auf sie losgingen. Nach mehrstündigen Straßenkämpfen schickte die Armee am Mittwochmittag Soldaten in das Viertel. Die Demonstranten protestieren vor dem Verteidigungsministerium und gehören
verschiedenen Bewegungen an. “Die Toten wurden zu uns gebracht”, sagt ein Arzt, “die Kämpfe begannen um Mitternacht. Plötzlich hatten wir Leute mit tödlichen Wunden. Den Opfern war in den Kopf geschossen worden. Ich habe vier von den Toten gesehen.”

Islamistische Salafisten protestieren bereits seit der vergangenen Woche vor dem Ministerium gegen den Ausschluss ohres Kandidaten Hasim Abu Ismail von der Präsidentenwahl am 23. Mai. Am Tag der Arbeit forderten aber auch Angehörige der Jugendbewegung 6. April an derselben Stelle eine rasche Machtübergabe des Militärs an eine zivile Regierung. Nach Angaben der Polizei stecken “wütende Anwohner” hinter der Attacke, nach Auffassung der Muslimbrüderschaft und den anderen Demonstranten der Militärrat. Zwei Kandidaten der Muslimbrüder setzten für 48 Stunden ihre Wahlkampagne aus.