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Blutige Unruhen in Kairo

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Blutige Unruhen in Kairo

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Bei schweren Zusammenstößen sind in Ägyptens Hauptstadt Kairo elf Menschen getötet worden, weitaus mehr wurden verletzt. Bewaffnete Schlägertrupps hatten eine Kundgebung angegriffen.
Die Hintergründe sind unbekannt.

Die Demonstranten am Verteidigungsministerium gehören verschiedenen Bewegungen an. Schon seit
letzter Woche protestieren radikal-islamische Salafisten dort gegen den Ausschluss ihres Kandidaten. Grund für den Ausschluss war laut Wahlkommission, dass seine Mutter die amerikanische Staatsbürgerschaft besessen hatte.

Soldaten und Polizisten griffen bei den Unruhen offenbar mehrere Stunden lang nicht ein, obwohl die blutigen Ausschreitungen direkt am
Verteidigungsministerium stattfanden.

Erst nachdem die Straßenkämpfe mehrere Stunden andauerten, schickte die Armee Soldaten in das Viertel. Die Ordnungspolizei errichtete Barrikaden, um die Kontrahenten zu trennen. Danach flogen nach Angaben von Augenzeugen nur noch gelegentlich Steine.

Die Ägypter sollen am 23. und 24. Mai zur Wahl gehen, um einen Präsidenten zu wählen. Für den 16. und 17. Juni ist eine Stichwahl vorgesehen.

Ende Juni will sich der Militärrat aus der Politik zurückziehen; er führt das Land faktisch seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak vor über einem Jahr. Die Generäle sind aber offenbar bereit, vorzeitig die Macht abzugeben, falls ein Kandidat schon im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erhält. Das berichteten Vertreter von Parteien, die mit dem Militärrat zusammengetroffen waren.