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Finanzkrise: Witwen erinnern an Männer, die sich wegen Schulden umgebracht haben

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Finanzkrise: Witwen erinnern an Männer, die sich wegen Schulden umgebracht haben

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Die traurigen Folgen der Finanzkrise. In der italienischen Stadt Bologna haben gut 100 “Weiße Witwen” an den tragischen Tod ihrer Ehemänner erinnert. Denn die haben sich selbst getötet, weil sie ihre Schulden oder Steuerschulden nicht mehr bezahlen konnten. Etwa der Mann von Tiziana Marrone, Giuseppe Camaniello. Nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit wuchsen die Schulden, hohe Zinsen, Strafgebühren. Schließlich verbrannte er sich vor dem Finanzamt von Bologna.

“Giuseppe hat sich nicht umgebracht, weil er ein Verrückter war oder ein Hitzkopf”, sagt Tiziana, “er war ein ausgeglichener Mann. Er hat es getan, um seine Famillie zu schützen, seine Frau.” Eine andere Witwe sagt: “Er hat es aufgeschrieben. Er meinte, es gebe eine Grenze für alles – auch für das Leben. Wenn man den Respekt vor sich selbst verliert, dann bittet man um Verzeihung und geht.”

Nach EU-Angaben ist die Selbstmordrate in Italien in den vergangenen zwei Jahren um 24 Prozent gestiegen. In diesem Jahr haben sich dort seit Januar 73 Arbeiter, Geschäftsleute und Arbeitslose selbst getötet.