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Forscher ersetzen Netzhaut

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Forscher ersetzen Netzhaut

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Robin Millar war 25 Jahren lang vollkommen blind. Der Brite ist an Retinitis pigmentosa, einer Degeneration der Netzhaut erkrankt. Jetzt hat ein ein Forscherteam aus Oxford und London dem Musikproduzenten einen Elektrochip hinter die Netzhaut gepflanzt. Auf drei Quadratmilimetern ersetzen 1500 lichtempfindliche Pixel die beim Patienten zerstörten Photorezeptoren. Ein Kabel verbindet den Chip mit einer Kontrolleinheit hinter dem Ohr.

“Wenn wir den Chip einschalten, sehen die Patienten zuerst das Licht des Implantats selbst”, sagt Augenchirurg Tim Jackson vom King`s College Hospital. “Die Sicht ist zu diesem Zeitpunkt nicht sehr genau. Sobald sich das Gehirn aber an den Umgang mit dem Chip gewöhnt hat und das Bild interpretieren lernt, sieht der Patient weit mehr: Objekte auf einem Tisch, er wird zumindest Formen erkennen können.”

Zu Robin Millars Erstaunen funktioniert das Implantat sogar, wenn er die Augen geschlossen hält: “Die größte Überraschung für mich, aber auch für das Forschungsteam war, dass ich zwei Tage nach der Inbetriebnahme des Chips begann in brillanten Farben zu träumen – das ersten Mal seit 25 Jahren. Der Teil meines Gehirns, den ich schon für sanft entschlafen hielt, war plötzlich hellwach.”

Formen erkennen und in Farbe träumen – für einen normal sehenen Menschen völlig selbstverständlich. Für weltweit drei Millionen an Retinitis pigmentosa
Erkrankte möglicherweise die Chance auf eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.