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Italien: Frust über steigende Arbeitslosigkeit

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Italien: Frust über steigende Arbeitslosigkeit

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In Italien wächst angesichts steigender Arbeitslosenzahlen der Unmut in der Bevölkerung. Im Vergleich zu Februar stieg die Quote im März um 0,2 auf 9,8 Prozent.

Wie in anderen europäischen Ländern sind auch in Italien vor allem junge Menschen betroffen. Bei den 15 bis 24-jährigen liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 35,9 Prozent.

“Seit zwei Jahren habe ich keinen verlässlichen Job”, sagt Laura Giovanco aus Rom. “Für diese Art von Beschäftigung wollen sie angeblich noch jüngere Leute. Ich bin 32 Jahre alt, höchstens 30 sollen die Bewerber sein. Obendrauf sind die dann angebotenen Verträge auch noch befristet.”

Jean-Paul Fitoussi ist Professor für Wirtschaft in Rom. Er rechnet auch in Zukunft mit massiven Protesten durch die Bevölkerung: “Es sind nicht nur die Jungen. Auch die Teile der Arbeiterschaft, die jetzt ihre Arbeitsplätze verlieren haben keine Zukunft. Diese Zerstörung der Grundlage unserer Gesellschaft, unseres sozialen Kapitals, wird nicht länger ohne Aufruhr hingenommen werden.

Auch eine geplante Stellenstreichung beim Militär verunsichert die Italiener. Ministerpräsident Mario Monti steht vor einer Herkulesaufgabe: Italien muss bis Jahresende 4,2 Milliarden Euro einsparen.