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Ein Stimmungsbild zur Griechenlandwahl auf den Straßen Athens

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Ein Stimmungsbild zur Griechenlandwahl auf den Straßen Athens

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Das erwartete Wahlverhalten vieler Griechen ist ein Spiegelbild der sozialen Realität des Landes in Zeiten der Krise.

EuroNews-Reporterin Laura Davidescu hat sich in Athen umgehört und wollte wissen, welche Auswirkungen die Krise auf das Leben vieler hat.

Sie sprach mit Menschen wie Nikos, der sechs Jahre studiert hat um in der Schifffahrtsindustrie zu arbeiten. Doch in Griechenland gibt es für ihn keine Anstellung mehr.

“Seit zwei Jahren bin ich arbeitslos”, sagt Nikos. “Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalten kann. Ich suche in meinem Fachbereich, aber auch anderswo. Ich werde wohl früher oder später ins Ausland gehen müssen.”

Und auf die Wahl bezogen fügt er hinzu: “Seit Jahren bewegt sich hier nichts. Die beiden großen Parteien werfen doch nur Geld zum Fenster raus.”

Für Nikos ist klar, dass er weder für PASOK noch für Nea Demokratia stimmen wird, sondern für eine der vielen Kleinparteien – und das sehen viele in den Bars und Cafés der griechischen Hauptstadt ähnlich.

Es gibt aber auch Gegenstimmen, wie den Unternehmer Labros Andreou, der sagt: “Ich bin Europäer aus Überzeugung. Die beiden großen Volksparteien sind in der Lage, das Land aus der Krise zu führen. Mit Europas Hilfe kann Griechenland das schaffen. Ich bin zuversichtlich für die Zukunft. Wenn das Geld zurück kommt, wenn wieder Liquidität herrscht, dann werden die Dinge wieder in Ordnung kommen.”

Doch auch Labros Andreou besaß einst drei Firmen, die im Laufe der Krise allesamt bankrott gegangen sind.

“80 Prozent der griechischen Wähler sind der Ansicht, dass die Krise einzig und allein die Schuld der beiden Volksparteien ist”, so unsere Korrespondentin. “Diese sind es auch, die den Rettungsplan der Troika unterstützen. Andererseits wollen aber auch drei Viertel der Griechen in der Euro-Zone bleiben. Bleibt also die Frage, welche Wahl die Bürger jenes Landes treffen werden, das die Demokratie erfunden hat – angesichts einer vor ihnen liegenden Austeritätsperiode von mindestens zehn Jahren.”