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Griechenwahl: Morgenluft für nationalistische "Goldene Morgenröte"?

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Griechenwahl: Morgenluft für nationalistische "Goldene Morgenröte"?

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Offizielle Wahl-Umfragen gibt es in Griechenland seit zwei Wochen nicht mehr. Sie sind per Wahlgesetz verboten. Aber alles deutet auf eine Schwächung der Großparteien hin.

In Folge der Finanzkrise haben die beiden großen Parteien des Landes, Nea Dimokratia und die linke Pasok, in Umfragen extrem an Zustimmung
verloren. Die konservative Nea Dimokratia hatte Griechenland 1981 in die damalige Europäische Gemeinschaft geführt und spricht sich vehement für den Verbleib des Landes im Euroland aus.

Gruppen wie die rechtsextreme “Goldene Morgenröte” könnten bis zu 5% der Stimmen holen.

Ilias Panagiotaros, Kandidat “Goldene Morgenröte”:

“In Athen ist die griechische Bevölkerung in der Minderheit, ich rede von der Innenstadt von Athen. Wenn Sie rausgehen, wohin auch immer, ist der Süden Griechenlands voll, sind die Vororte voll von illegalen Einwanderern. Und es kommen immer mehr, über die türkische Grenze, die Ägäis, von überall her.”

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) kann sie nur schätzen – sie kommt auf 1 Million illegale Einwanderer in Griechenland. Das wäre einer auf zehn Einwohner.

Unbestritten ist: Griechenland ist das wichtigste Eingangstor der EU.

Daniel Esdras, Internationale Organisation für Migration:

“Das Beste wäre Prävention. Sensibilisierungs-Kampagnen in den Auswanderungsländern, um dort die miese Realität zu zeigen. Dass das hier nicht das Paradies ist.”

Nach fünf Jahren Rezession, zwei Rettungsplänen, Auslandsschulden zum großen Teil gelöscht, hat der Balkan-Staat mit seinen elf Millionen Einwohnern immer noch das Potenzial, die Euro-Zone zu destabilisieren.

Laura Davidescu, euronews:

“Eine beispiellose Finanzkrise, eine wütende, frustrierte und zersplitterte Gesellschaft, auf allen Verwaltungsebenen grassierende Korruption – hier haben wir gleich drei explosive Zutaten. Sie machen aus der griechischen Gesellschaft – wie ein lokaler Experte es ausdrückt – ein Labor für extrem-rechte Entwicklungen in Europa.”

mit AFP, dpa, Reuters