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9/11 - US-Militärgericht eröffnet Verfahren

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9/11 - US-Militärgericht eröffnet Verfahren

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Elf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September hat ein Militärgericht auf dem amerikanischen Stützpunkt Guantanamo auf Kuba nun das Verfahren gegen fünf Hauptverdächtige eröffnet.

Die Angeklagten sollen für den Tod von fast dreitausend Menschen verantwortlich sein. Selbsternannter Kopf der Planung ist der pakistanische Staatsbürger Chalid Scheich Mohammed. Seine Mitangeklagten stammen aus dem Jemen und aus Saudiarabien. Auf die übliche Einschätzung der eigenen Schuld verzichteten die fünf Männer. Überhaupt schwiegen die Angeklagten, lasen oder begannen zu beten.

Der erste Tag des Verfahrens wird weltweit mit großem Interesse beobachtet. Allein in Guantanamo sind rund 50 internationale Reporter anwesend, auch Hinterbliebene der Anschläge verfolgen den Prozessstart vor Ort oder per Videoübertragung.

“Die Körpersprache der Angeklagten sagt mir, dass sie für unsere Werte und unsere Lebensweise nur Verachtung übrig haben”, sagt eine Hinterbliebene, die das Geschehen von New York aus verfolgte.

Die Angeklagten waren nach den Anschlägen vom CIA entführt und in Geheimgefängnissen gefoltert worden. Seit 2006 sitzen sie in Guantanamo ein, die Bush-Regierung hatte ihnen hier den Prozess machen wollen. Ein Versuch seines Nachfolgers Obama, das Verfahren an ein Gericht in den USA zu übergeben, scheiterte.