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Serben wählen Miloševićs Erben zu Königsmachern

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Serben wählen Miloševićs Erben zu Königsmachern

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Serbiens Wähler entscheiden in einer Stichwahl am 20. Mai, ob Sozialdemokrat Boris Tadic (Demokratska Stranka, DS) Präsident bleibt oder ob sein nationalistischer Herausforderer Tomislav Nikolic (Srpska Napredna Stranka, SNS) ihn ablöst. Die Wahl am Sonntag war nahezu unentschieden ausgegangen, keiner erreichte die absolute Mehrheit.

Bei der Parlamentswahl dürften Tadics Sozialdemokraten vier von zehn Wählern abhanden gekommen sein. Mithilfe der Sozialisten (SPS) in der Tradition des wegen der Jugoslawienkriege umstrittenen Slobodan Milošević könnten sie weiterregieren.

Dazu Nebojsa aus Belgrad:

“Nun, es ist alles wie erwartet – die mit der Medien-Unterstützung, die mit dem Amtsbonus, die bleiben an der Macht. Die anderen, die sich den Menschen nicht so präsentierten konnten, gingen unter.”

Und die Belgraderin Marija:

“Wir warten auf die zweite Runde. Aber ich habe auf viel bessere Ergebnisse gehofft und eine höhere Wahlbeteiligung, vor allem bei den jungen Leuten.”

Der bisherigen Regierungspartei DS machten vor allem die schlechten Wirtschaftsdaten zu schaffen, die Krise kostete ein Viertel der Serben den Job.

Die Sozialisten (SPS), potentieller Koalitionspartner, verdoppelten ihren Stimmenanteil auf fast 17 Prozent.

Die Nationlisten von der neu geschaffenen Fortschrittspartei (SNS) liegen zwar mit 25 Prozent vorn, ein Koalitionspartner ist aber nicht in Sicht.

mit Reuters, AFP, dpa