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Ein Roboter im Gehirn

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Ein Roboter im Gehirn

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“Es handelt sich um ein Robotersystem, das Chirurgen bei neurochirurgischen Eingriffen assistiert”, erklärt Giancarlo Ferrigno, Professor am Politecnico di Milano. “Es wurde entworfen, um Instrumente wie Biopsiesonden oder Elektroden für die tiefe Hirnstimulation durch kleine Öffnungen im Schädel des Patienten einzuführen.”

Der neuartige OP-Roboter wurde konzipiert für denkbar empfindliche, minimalinvasive chirurgische Eingriffe. Er ist präziser als die Hand eines Chirurgen und vor allem beständiger. Das ist Giancarlo Ferrigno zufolge eine große Hilfe. “Um die geplante Bahn einzuhalten und die Bereiche zu verschonen, die nur ein paar Millimeter von dem Gewebe entfernt liegen, das man durchqueren möchte, ist der Roboter mit Sicherheit um einiges präziser.”
Francesco Cardinale ist Spezialist für Epilepsiechirurgie. Er half den Entwicklern am Politecnico di Milano in Italien, die Bedürfnisse der Ärzte zu verstehen. Etwa die Bestimmung der Software-Parameter vor jedem Eingriff. Innovativ ist das auch Feedback zwischen Maschine und Mensch. “Der Chirurg kann die Bewegungen des aktiven Roboters mit einem Instrument wie diesem kontrollieren”, so Francesco Cardinale. “Gleichzeitig erhält er eine Rückmeldung, ein Feedback, so als würde er die Operationsgesten im Gehirn direkt durchführen.”
Die Rückmeldung des Roboters hilft dem Chirurgen, sich zuverlässig durch das Gehirn zu vorantasten. Francesco Cardinale erklärt, für welche Art von OP sich dieser Robotertyp eignet: “Bei therapieresistenter Epilepsie, Parkinson und anderen motorischen Störungen wie zum Beispiel Dystonie, bei chronischen Schmerzen und sämtlichen Hirntumorarten.”