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"Insel der Blinden": Griechen erschleichen staatliche Hilfe

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"Insel der Blinden": Griechen erschleichen staatliche Hilfe

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Während Europa wartet, dass sich Athen aus dem Schuldensumpf befreit, scheinen viele Griechen den Ernst der Lage nach wie vor zu unterschätzen. Erst vor kurzem erschütterte ein Betrugsskandal das Land: Auf der Urlaubsinsel Zakynthos sind angeblich neunmal so viele Menschen blind wie im griechischen Durchschnitt – und sie kassieren staatliche Unterstützung. Das stößt vielen Griechen sauer auf. “Es geht nicht nur um Blinde, sondern auch um anderweitig Behinderte”, meint Paris Giannoupoulos. “Die offiziellen Zahlen hier entsprechen keinesfalls der Realität. Bei einer Untersuchung wurden angeblich blinde Taxifahrer entdeckt.”

Nicht nur manche Taxifahrer auf der Insel beziehen Blindenhilfe, auch einige Jäger gaben an, blind zu sein. Die Leidtragenden sind die tatsächlich Blinden, wie etwa die junge Efremia. “Wir haben in den letzten vier Monaten keine Unterstützung für unsere Tochter bekommen”, erzählt ihre Mutter, “erst muss alles aufgeklärt sein. Die Behörden müssen feststellen, wer tatsächlich blind ist.” Und Efremia selbst meint: “Nur die wirklich Blinden sollten unterstützt werden, nicht alle.”

Die Ermittlungen allerdings gestalten sich schwierig: Als Ärzte rund 700 angeblich blinde Inselbewohner untersuchen wollten, erschienen nur 100 – und von denen waren nur 60 tatsächlich sehbehindert.