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Bankenkrise: Madrid zieht die Notbremse - Bankia verstaatlicht

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Bankenkrise: Madrid zieht die Notbremse - Bankia verstaatlicht

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Die Bankenkrise in Spanien hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Das kriselnde Institut Bankia wird teilweise verstaatlicht. Der Staat übernimmt 45 Prozent des Kapitals. De facto wird die Bank damit staatlicher Kontrolle unterstellt.

Beifall gab es für diesen Schritt aus Brüssel, auf den Straßen Madrids war aber auch Kritik zu hören. Es sei ganz furchtbar, sagt ein Mann. Die Dinge würden nur noch mit heißer Nadel gestrickt von einem Tag auf den anderen. Die Regierung sollte sich schämen.

Auch in der Finanzwelt wurde der Umbau des Bankensektors nur begrenzt mit Begeisterung aufgenommen. Denn das Problem der faulen Immobilienkredite werde dadurch nicht gelöst.

Spanische Immobilien seien derzeit nur sehr schwer zu bewerten. Deswegen sei das Interesse von Privatinvestoren an solchen Anlagen auch gering, sagt Thomas Costerg von Standard Chartered. Die Gefahr bestehe, dass die Regierung den Banken mit noch weit größeren Summen werde helfen müssen.

Der Aktienkurs der Bankia rasselte unterdessen weiter in den Keller. Die Bonitätsprüfer von Standard & Poor’s zeigten sich indes unbeeindruckt.

Bankia stehe aber weiter unter verschärfter Beobachtung, was nun auch für die kurzfristige Kreditwürdigkeit der Muttergesellschaft BFA gelte.