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Debatte um Homosexuellen-Ehe in den USA

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Debatte um Homosexuellen-Ehe in den USA

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US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals offen für die Homosexuellen-Ehe ausgesprochen – und damit für heftige Kritik vor allem bei den Republikanern gesorgt. Er sei in dieser Frage durch eine Entwicklungsphase gegangen, sagte Obama in einem Fernsehinterview: “An einem gewissen Punkt bin ich persönlich zur Auffassung gelangt, dass es wichtig für mich ist, zu bekräftigen, dass gleichgeschlechtliche Paare das Recht haben sollten, zu heiraten.”

Damit hat der Präsident im Wahlkampf ein heikles Thema angeschnitten. Denn die Homosexuellen-Ehe ist in den USA höchst umstritten. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer Mitt Romney reagierte umgehend. “Ich habe zur Ehe dieselbe Einstellung, die ich bereits viele Male dargelegt habe”, erklärte er. “Die Ehe ist eine Beziehung zwischen Mann und Frau.”

Obamas Schritt wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen wird von Experten als riskant beurteilt. Denn nicht nur in New York gehen die Meinungen auseinander. “Ich denke nicht, dass es ihm schaden wird”, meint ein junger Mann. “Die Schwulengemeinde ist so riesig und das sind ja alles Wähler. Eigentlich ist es für ihn eine Win-win-Situation.” Eine Frau sieht es etwas anders: “Er hätte seine Meinung für sich behalten sollen. Jetzt ist alles möglich, aber ein Präsident sollte verstehen, dass jeder bei diesem Thema eine andere Ansicht vertritt.”

Jeder Bundesstaat kann in dieser Frage eigene Wege gehen. Vor kurzem stimmte die Bevölkerung North Carolinas für einen Verfassungszusatz, der die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verbietet.