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Portugal opfert Fronleichnam und Allerheiligen auf dem Altar der Krise


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Portugal opfert Fronleichnam und Allerheiligen auf dem Altar der Krise

Junge, Alte und Roma könnten in Portugal die ersten Opfer der Finanzkrise werden, meint der Menschenrechtskommissar des Europarats in Straßburg. Am Ende sieht Nils Muižnieks sogar Portugals Demokratie bedroht.

Die Sparprogramme hätten überproportional die Gruppen getroffen die vorher schon benachteiligt gewesen seien.

Beispiel: Eltern nehmen Kinder aus der Schule, weil das Geld nicht reicht.

Nils Muižnieks, Menschenrechtskommissar des Europarats in Straßburg:

“Das Problem ist noch nicht sehr weit verbreitet – oder es ist noch nicht wieder so virulent wie früher. Aber ich denke, die Gefahr besteht. Und ich lege den portugiesischen Behörden ans Herz, bei den Maßnahmen der vergangenen Jahren dieses Problem zu bekämpfen. Ich meine, es gibt ein reales Risiko, dass Kinder in diesen Krisenzeiten die Schule verlassen, weil ihre Familien in einer schwierigen Lage sind. Wir riskieren, dass dieses Phänomen wiederkommt. “

Die bis zu 60.000 Roma würden mehr als je zuvor ausgegrenzt und diskriminiert.

“Wenn wir sehen, dass die Auswirkungen auf die gefährdete Gruppen unverhältnismäßig hoch sind, dann müssen wir die Politik ändern,” so der Kommissar.

Gesagt, getan: Portugal streicht vier Feiertage, zwei weltliche und zwei kirchliche. Das trifft nun wirklich alle gleich.

Rino Passigato, Apostolischer Nuntius in Portugal:

“Der Vatikan ist nicht unsensibel für die Wirtschafts-und Finanzkrise, die Portugal gerade trifft.”

Der Heilige Stuhl habe Fronleichnam und Allerheiligen ausgesucht, so die Regierung. Und drückt eine gewisse Hoffnung aus:
Die Maßnahme ist vorerst auf fünf Jahre befristet.

mit AFP

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