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Zustand der palästinensischen Hungerstreikenden bedenklich

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Zustand der palästinensischen Hungerstreikenden bedenklich

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Seit nunmehr 74 Tagen sind palästinensische Häftlinge in Israel im Hungerstreik, seit Mitte April hat der Streik sich zum Massenprotest ausgeweitet: Knapp 1600 Häftlinge verweigern inzwischen in Israels Gefängnissen die Nahrung.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Israel an diesem Freitag aufgefordert, den Streikenden die notwendige medizinische Versorgung zukommen zu lassen – aber keine Zwangsernährung.

Mehrere UN-Organisationen und auch die israelische Organisation Ärzte für Menschenrechte warnen vor dem lebensbedrohlichem Zustand der Häftlinge. Der Arzt eines der am längsten Streikenden habe diesen gewarnt, dass er jeden Augenblick sterben könne, erklärt eine Mitarbeiterin Ärzte für Menschenrechte. Es sei sehr beunruhigend, da der Häftling alle Hilfe abgelehnt habe, falls er das Bewusstsein verliere. Er wolle keine Wiederbelebung.

Der Massen-Hungerstreik für bessere Haftbedingungen zog am Donnerstag neue Ausschreitungen im Westjordanland nach sich. Palästinenserpräsident Abbas warnte vor einer Eskalation beim Tod erster Häftlinge.

“Wir nehmen dies nicht auf die leichte Schulter”, betonte ein Sprecher der israelischen Regierung. “Wir halten eine schnelle Lösung für notwendig, und es gab schon Kontakt zwischen den zuständigen Behörden und Vertretern der Hungerstreikenden.”

Die Streikenden fordern insbesondere das Ende der Einzelhaft und der Verwaltungshaft, mit der Israel Gefangene ohne Anklage festhält.