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Selbstmord oder Brandanschlag - Italienische Antworten auf die Krise

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Selbstmord oder Brandanschlag - Italienische Antworten auf die Krise

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Auch in Italien schwelt die Wut gegen immer neue Steuererhöhungen und Sparvorgaben, der Protest wird gewaltsamer. Jüngster Vorfall war ein Anschlag mit Molotow-Cocktails auf ein Büro der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia in Livorno in der Toskana am Samstagmorgen. Die beiden Sprengsätze explodierten jedoch nicht, es entstand geringer Sachschaden.

Bei Protesten vor einem Equitalia-Büro in Neapel am Freitag hatte es Ausschreitungen gegeben.

Wenige Tage zuvor hatte ein 54jähriger Unternehmer in einem Büro der Behörde eine Geisel genommen und sich erst nach Stunden ergeben. Equitalia erhielt zudem in letzter Zeit mehrere Briefbomben.

Vizewirtschaftsminister Vittorio Grilli zeigte wenig Verständnis für den Protest: Es sei doch unmöglich, dass der Staat, wenn er von den Bürgern das Geld verlange, das sie zu zahlen hätten, als Feind angesehen werde.

Mit symbolischen Selbstmördern am Tiber prangerten die Römer am Freitag die desolate Lage an. Etliche Kleinunternehmer haben sich das Leben genommen. Sie sollen sich nicht mehr in der Lage gesehen haben, die Steuern zu zahlen.