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Baku im Eurovisionsfieber

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Baku im Eurovisionsfieber

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Beim Eurovision Song Contest vor einem Jahr in Düsseldorf fiel die historische Entscheidung, Jury und Fernsehzuschauer stimmten mehrheitlich für: Aserbaidschan! Das Duo Eldar und Nikki holte den ESC Titel 2011 mit der Pop-Ballade “Running Scared”. Der Tradition gemäß darf das Siegerland den nächsten Eurovision Song Contest austragen. In diesem Jahr ist es also die aserbaidschanische Hauptstadt Baku.

In der Altstadt traf euronews-Reporter Wolfgang Spindler das Traumpaar, das mit dem Eurovisionssieg den Wettbewerb nach Aserbaidschan brachte. Für die heute 31-jährige Niki, im bürgerlichen Leben Nigar Jamal, war es der lang ersehnte musikalische Durchbruch. Der zehn Jahre jüngere Eldar Gasimov sang bereits als Kind und stammt aus einer Schauspielerfamilie. Das Schauspielblut helfe ihm auf der Bühne, denn beim Singen müsse er natürlich auch eine Rolle spielen, sagt er. “Ich hasse ihn, weil er mich immer Oma nennt”, scherzt Nikki über ihren Partner. “Aber natürlich verehre ich ihn!”

Für den ESC wurde in der rührigen Metropole in Rekordzeit eine Konzerthalle aus der Erde gestampft. Innerhalb von acht Monaten entstand die Crystal Hall. Der Rundbau deutschen Fabrikats bietet Platz für 25 Tauend Zuschauer. “Wir haben ein Stadium verwendet, dass wir schon mehrfach gebaut hatten”, erklärt Rainer Quenzer. “Unser sogenanntes modulares Stadium bildet das Herzstück dieser gesamten Anlage. Und das wurde dann verkleidet mit der wunderschönen Membranfassade, die Sie um Hintergrund sehen.”

Der internationale Song Wettbewerb hat seit seiner ersten Ausgabe 1956 so manch einen Star hervorgebracht, auf jeden Fall viele Ohrwürmer, die bis heute nachklingen. Veranstalter des Events ist die in Genf ansässige Europäische Rundfunkunion EBU. So ein Großereignis verlangt enormen organisatorischen Aufwand bestätigt Sietse Bakker, der in diesem Jahr im Hintergrund die Fäden zieht. “Der Eurovision Song Contest, das sind sieben ein halb Stunden hochkarätige Liveübertragung, Fernsehzuschauer in ganz Europa folgen dem Geschehen. Was sie nicht sehen, sind die Proben hier in Baku mit den Bewerbern, insgesamt 84 Pressekonferenzen. All diese Menschen müssen in Hotels untergebracht, mit Bussen vom Flughafen zur Konzerthalle gebracht werden. Es ist nicht nur eine mehrstündige Fernseh-Live-Übertragung, sondern vergleichbar mit den Olympischen Spielen oder der Fußball-WM in einem etwas kleineren Rahmen.” Die größte Herausforderung bestehe darin, die lokale Kultur zu verstehen und mit den Menschen zusammen zu arbeiten, nicht gegen sie, fügt sein Kollege Jon Ola Sand hinzu.

Der Count Down läuft, mit Spannung wird die Endphase des Eurovision Song Wettbewerbs erwartet. euronews wird am 26. Mai über das große Finale aus der Hauptstadt Aserbaidschans für Sie berichten.