Eilmeldung

Eilmeldung

Neutrale Regierung soll Griechenland retten

Sie lesen gerade:

Neutrale Regierung soll Griechenland retten

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Regierung aus neutralen Experten soll Griechenland nun retten: Das ist der neue Plan von Staatspräsident Karolos Papoulias; dieser hat am Abend wieder mehrere Parteivorsitzende empfangen.
Ähnliche Gespräche am Vortag waren ebenso gescheitert wie alle Sondierungsgespräche zwischen
den Parteien letzte Woche.

Die Reaktionen der Parteien auf diesen neuen Vorschlag des Präsidenten reichen von Zustimmung bis zu kategorischer Ablehnung. Morgen sind noch einmal alle Parteien – außer den Rechtsextremen – beim Staatsoberhaupt eingeladen, um einen Ausweg
aus der verfahrenen Lage zu suchen.

Man habe vom Volk einen klaren Auftrag, mahnt aber Antonis Samaras, der Chef der Konservativen: Wenn irgendwie möglich, müsse man eine Regierung
bilden. Das sei der Auftrag an alle gewesen, und so müsse nun auch jeder die Verantwortung annehmen.

Regierungswillig sind aber vor allem die Parteien, die bisher für Sparkurs und Entschuldungsabkommen
standen. Sie waren am Abend auch beim Präsidenten: Konservative, Sozialisten und die kleine Demokratische Linke. Sie alle wollen aber in einer Regierung nicht allein der Sündenbock für ungeliebte Maßnahmen sein und verlangen daher, dass auch die Radikale Linke mitmacht.

Die Radikale Linke verweigert sich dagegen
weiterhin: Sie will weg von den Einsparungen, und damit ist sie bei der Parlamentswahl immerhin zweitstärkste Kraft geworden. Logischerweise will sie daher mit den anderen Parteien nichts zu tun haben, die für den alten Sparkurs stehen. Das
abendliche Treffen hat sie boykottiert; zum Treffen morgen will sie – bei aller Ablehnung – immerhin kommen.