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".....und wer hat die Märkte gewählt?"

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".....und wer hat die Märkte gewählt?"

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Mehrere Dutzend Polizeifahrzeuge sind am Morgen in Madrid angerückt, um die letzten (50) “Ingnados” zu zerstreuen. Zehntausende Anhänger der spanischen Protestbewegung der “Empörten” hatten ein Jahr der Proteste gegen den Sparkurs der Regierung gefeiert.

Am Sonntag waren 18 Demonstranten festgenommen worden, neun kamen bald darauf wieder frei.

“Nein, sie vertreten uns nicht”, lautet der Vorwurf gegen die etablierten Parteien. Nicht die gewählten Volksvertreter regierten, sondern die Märkte. “Und wer hat die Märkte gewählt?”

“Ingnado” Pedro:

“Entweder wir machen etwas, um die Verarmung unserer Gesellschaft zu stoppen, oder wir landen in einer verarmten Gesellschaft – in einem Europa zweiter Klasse mit finsteren Aussichten für die Jugend.”

“Ingnada” Patricia:

“Wir sind auf die Straße gegangen und haben gesehen: Wir sind nicht allein. Jetzt sollte ein neues Leben beginnen, ein anderes. Eine Menge Leute machen das schon. Sie stellen Genossenschaften auf die Beine und leben wie sie es sich früher nicht vorstellen konnten.”

Seit den ersten Protestcamps haben die “Empörten” ihre Strategie geändert. Sie zogen sich aus den Zentren zurück und bauten ein Netz von Arbeitsgruppen und basisdemokratischen Versammlungen auf. Dort organisieren sie den Widerstand gegen Zwangsräumungen von Wohnungen, deren Besitzer die Hypotheken nicht abzahlen können, organisieren Tauschmärkte oder gründen Kooperativen von Handwerkern.

Am 15. Mai 2011 waren die “Indignados” entstanden. Die “Empörten” haben ähnliche Bewegungen wie “Occupy” in Großbritannien und den USA inspiriert.

mit EFE, Reuters, dpa