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Au revoir, Herr Omniprésident!

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Au revoir, Herr Omniprésident!

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Es war der 16.Mai 2007, an dem Nicolas Sarkozy von seinem Vorgänger Jacques Chirac das Präsidentenamt Frankreichs übernahm.

Nach 30 Jahren politischer Karriere war Sarkozy am Ziel angekommen: er bekleidete von nun ab das höchste Amt im Staat.

Sichtlich stolz ließ er die Zeremonie, wie sie in Frankreich bei diesem Anlaß üblich ist, über sich ergehen, es war zweifelsohne der größte Moment seines Lebens.

500 geladene Gäste wohnten dem pompösen Spektakel bei, auch Sarkozys Mutter Andrée war gekommen. Und dann war natürlich auch sie zugegen: die damalige Noch-Präsidentengattin Cécilia und ihre Kinder aus verschiedenen Ehen.

Sein damals 10-jähriger Sohn Louis machte sich noch kurz mit dem Ein Kilo schweren Präsidenten-Colier vertraut, bevor sein Vater zum sechsten Präsidenten der fünften Republik gekürt wurde.

53 Prozent der Wähler hatten für Sarkozy gestimmt, rund 20 Millionen Franzosen hatten ihrem neuen Präsidenten das Vertrauen ausgesprochen.

Das sind etwa 2 Millionen mehr als in diesem Jahr bei der Wahl von Francois Hollande.

Zuallerst bedankte sich Nicolas Sarkozy bei dem Menschen, der in all die Zeit unterstütz hatte, seine Frau Cécilia.

Eine bewegende Geste, doch nur Wochen später war die Beziehung der beiden beendet.

Fünf Jahre Sarkozy – für Frankreich war es die Zeit des “omni-président”, des allgegenwärtigen Präsidenten, der paradoxerweise das symbolische Ausmaß der Rolle des Präsidenten unterschätzt hat, wie er selbst noch im Wahlkampf in diesem Jahr gesagt hat.

Nicolas Sarkoy hat den Elysée-Palast verlassen, mittlerweile in anderer Begleitung, er will sich in einen ausgedehnten Urlaub begeben. Ab Juni bekommt er Büros zur Verfügung gestellt, die Frankreich üblicherweise seinen ehemaligen Präsidenten überlasst.

Vielleicht kehrt Sarkozy dann zurück als das, was er vor der Politk war: als Anwalt.