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Banken müssen Eigenkapital aufstocken

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Banken müssen Eigenkapital aufstocken

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Bis zu welchem Punkt muss man die Banken dazu zwingen, sich mit mehr Eigenkapital abzusichern? Als die 27 EU-Finanzminister vergangenes Mal darüber sprachen, konnten sie sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Großbritannien forderte damals mehr als seine Partner, jetzt hat sich London der anderen angeschlossen.

Die Banken in der EU müssen ihre Geschäfte also fortan mit mehr Eigenkapital gegen Krisen absichern. Konkret sorgt der Beschluss der Finanzminister dafür, dass den Banken eine Aufstockung ihres Kernkapitals von derzeit zwei auf bis zu 12 Prozent abverlangt werden kann. Kontrollen auf europäischer Ebene sollen nationale Alleingänge verhindern.

EU-Binnenmarktskommissar Michel Barnier: “Viele haben ja die Notwendigkeit unterstrichen, die Folgen zu beachten, die die Entscheidung eines Landes für seine Nachbarn hat. Die Eigenkapitalvorschriften bei dem einen zu verschärfen, kann zu einer Verringerung der Kreditvergabe für Wirtschaft und Unternehmen bei den Nachbarn führen.”

London hatte sein Ja aber daran gebunden, dass national höhere Kapitalpuffer erlaubt sind, als in den sogenannten Basel-III-Regeln festgeschrieben sind. Auch Schweden hatte höhere nationale Aufschläge durchgesetzt.

Der schwedische Finanzminister Anders Borg sagte: “Ich denke, die Europaabgeordneten erkennen, dass es entweder um mehr Eigenkapital oder um Steuergelder geht. Da ist es wohl sehr einfach, sich für mehr Eigenkapital zu entscheiden.”

Mit den neuen Regeln will die EU nun verhindern, dass bei eventuellen weitere Krisen erneut Banken vom Staat mit Milliardenstützten gerettet werden müssen. Bis 2019 müssen die Basel-III-Regeln umgesetzt sein.