Eilmeldung

Eilmeldung

"Dänisches Essen? Wie komisch ist das denn?"

Sie lesen gerade:

"Dänisches Essen? Wie komisch ist das denn?"

Schriftgrösse Aa Aa

Kopenhagen, das Zentrum der nordischen Nouvelle Cuisine. Mit ihren kulinarische Kreationen lockt die dänische Hauptstadt immer mehr genussfreudige Touristen aus aller Welt an ihre Tische. Das Restaurant Noma wurde erst jüngst vom britischen Fachblatt “Restaurant” zum dritten Mal in Folge zum besten Restaurant der Welt erkoren. Der Hausherr René Redzepi ist ganz an der Spitze dieses nordischen Gastro-Booms. Ebenfalls ganz vorn: Rasmus Kofoed. Mit seinem Restaurant Geranium ist er Gewinner der renommierten Auszeichnung Bocuse d’Or.

Rasmus Kofoed: “Was Sie hier sehen, ist sozusagen das Limit nach oben. Das Noma ist zum besten Restaurant gewählt worden, ich habe den Bocus d’Or gewonnen als bester Koch der Welt. Das macht, zusammen mit anderen Dingen, schon ziemlich Eindruck. Ich denke und hoffe, dass wir sozusagen den Grundstock gelegt haben. Es geht nicht nur um ein, zwei Köche, sondern es hat sich eine regelrechte Bewegung talentierter Jung-Chefs gebildet, die viel Energie eine große Leidenschaft fürs Kochen mitbringen. Sie wollen der Welt zeigen, dass wir hier wirklich etwas ganz Besonders haben.”

Rasmus Kofoed ist aber nicht nur der beste Koch der Welt. Er konnte insgesamt dreimal beim Bocuse-Wettbewerb einen Preis abräumen. 2005 Bronze, 2007 Silber, 2011 schließlich Gold. Das Geranium seinerseits ist einmal unter den 50 besten Gaststätten in der Liste des Magazins Restaurant. Zum anderen hat ihm auch der Guide Michelin zwei von drei möglichen Sternen verliehen. In der Küche geht es nachhaltig und regional zu.

Rasmus Kofoed: “Wir respektieren einerseits die traditionelle dänische Küche, aber wir modernisieren sie, machen sie eleganter. Wir gestalten sie abwechslungsreicher, ausgewogener und wir beziehen den Umweltschutz mit ein.”

Noch vor nicht allzu langer Zeit galt die nordische Küche nicht eben als besonderes Aushängeschild. Man glaubte, vor allem die Kochkunst anderer Länder nachahmen zu müssen. Etwa von Spanien oder Frankreich.

Frederik Hvit, Chefkoch im Marc & Ben: “Es sorgt sicher für größeres Staunen bei Franzosen als bei und Dänen. Ich habe in Frankreich gearbeitet, und damals haben sie immer gewitzelt: Warum machst Du denn zu Hause dänisches Essen. Wie komisch ist das denn?”

Für den Guide Michelin ist Kopenhagen inzwischen eine der Städte weltweit, in der man überhaupt am besten essen kann. Sie hat die größte Anzahl an kulinarischen Sternen pro Einwohner. Außerdem, so der Speiseführer, stimme das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein gutes Gericht mit allem drum und dran gibt es schon für rund 40 Euro.

Frederik Hvit: “Die Leute in der Küche denken immer noch in traditionellen Bahnen. Sie nehmen aber nun viele modernen Methoden und Techniken und kombinieren sie mit dänischen Produkten. Das führt zu einer ganz neuen Palette an Gerichten.”

Ein Beispiel für das weiter aufstrebende dänische Kulinarik-Walhalla ist die “Toverhallerne”. Es ist einer der absolut angesagtesten Treffpunkte der Hauptstadt, hier lassen sich frische Fische und Kuchen verzehren und für viele sind die Hallen schlicht ein weiterer Grund, Kopenhagen zu besuchen.