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Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Kriegsverbrecher Mladic

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Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Kriegsverbrecher Mladic

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Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag beginnt heute der Prozess gegen den General der bosnischen Serben Ratko Mladic. Mladic muss sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes verantworten. Fast 400 Zeugen sollen im Laufe des Verfahrens zu Wort kommen.

Fast 16 Jahre lang war Mladic untergetaucht, was ihn zunächst nicht an öffentlichen Auftritten hinderte. Vielen Serben gilt der frühere General, der Bosnien ethnisch säubern wollte, noch heute als Volksheld. Doch mit Belgrads Annäherung an die EU bröckelte sein Rückhalt. 2011 wurde er schließlich gefasst und nach Den Haag ausgeliefert.

Mit Mladic steht einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die schwersten Gräueltaten in Europa seit 1945 vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal. Bei der drei Jahre dauernden Belagerung der Stadt Sarajevo wurden 11.000 Menschen getötet.

Beim größten Massaker seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurden unter Mladics Befehl 8000 unbewaffnete muslimische Jungen und Männer im Juli 1995 im bosnischen Srebrenica tagelang ermordet.

Völkermord in zwei Fällen, Verbreitung von Terror, Geiselnahme, Verbrechen gegen die Menschlichkeit – dieser Taten wurde nach den Nürnberger Nazi-Prozessen in Europa niemand mehr angeklagt.