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Ein Tabu scheint gebrochen

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Ein Tabu scheint gebrochen

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Wagte bis letzter Woche kaum jemand, die griechische Euro-Mitgliedschaft infrage zu stellen, hat sich das mittlerweile grundlegend geändert.
Mehr noch: Ökonomen beginnen, konkrete Berechnungen anzustellen, was der “GREXIT” genannte griechische Ausstieg aus dem Euro kosten würde.
 
Einige hundert Milliarden würden es wohl werden, so erste Schätzungen - allein auf Deutschland kämen um die 80 Milliarden Euro zu.
 
EU und Internationaler Währungsfonds bereiten sich bereits auf auf ein Extremszenario vor. IWF-Chefin Christine Lagarde:“Wir beim IWF müssen uns zumindest technisch auf den Ausstieg vorbereiten, das ist unser Job. Das heißt nicht, dass dies  wünschenswert wäre; Ich sage nur, dass dies eine von mehreren Möglichkeiten ist, auf die wir uns technisch vorbereiten müssen.“ 
 
Die EZB hatte an den Finanzmärkten zudem für eine Schrecksekunde gesorgt, mit ihrer Ankündigung, mehreren kleinen griechischen Banken ab sofort den Geldhahn zuzudrehen. Deren Refinanzierung wird somit umso aussichtsloser.
 
Zu allem Überfluss kommt hinzu, dass die Sparer aus Sorge, das Land könne die Eurozone verlassen, in zunehmendem Maße ihre Konten plündern. Viele griechische Banken, die derzeit sowieso schon unterkapitalisiert sind, geraten dadurch zusätzlich unter Druck.