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G8-Gipfel: Familienfeier mit Hindernissen

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G8-Gipfel: Familienfeier mit Hindernissen

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Vor dem Gipfel der führenden Industrienationen im Camp David am Freitag hat Gastgeber USA die Europäer unter Druck gesetzt. Sie müssten für mehr Wachstum sorgen, fordert die Regierung in Washington.

Für den neuen französischen Präsidenten Francois Hollande ist der G8-Gipfel der erste Auftritt auf internationaler Bühne. Sein Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte 2011 nach Deauville eingeladen.

Die Weltwirtschaftskrise wird aller Voraussicht nach die Gespräche beherrschen. Die Europäer haben sich bereits per Videokonferenz auf eine gemeinsame Position geeinigt. Demnach sind Sparen und Wachstum keine Gegensätze, beide werden benötigt.

Die Staats- und Regierungschefs werden auch über die Gewalt in Syrien sprechen. Beobachter rechnen allerdings nicht mit einem Konsens in der Frage.

Die Einschätzung unseres Reporters Stefan Grobe in Washington: Für Barack Obama ist dieses Gipfeltreffen so etwas wie ein Verwandtenbesuch, der lange geplant war, aber den man schon lieber absagen würde. Denn Barack Obama hätte eigentlich besseres zu tun.

Es sind vor allem die europäischen Verwandten, die die Stimmung auf der Familienfeier trüben. Da ist Mario Monti, der die dramatische Schuldenmisere symbolisiert, da ist Angela Merkel, die die Amerikaner als Haupthindernis für eine wachstumsfördernde Politik ansehen, und da ist Francois Hollande, das neue Familienmitglied, das man erst noch kennenlernen muss. Also ein G8-Gipfel, bei dem man nicht weiß, was er bringt. Aber das ist bei Familientreffen ja oft der Fall