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Serbien: Kontroverse Debatte vor Präsidenten-Stichwahl

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Serbien: Kontroverse Debatte vor Präsidenten-Stichwahl

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Wenige Tage vor der zweiten Runde der serbischen Präsidentschaftswahlen sind Amtsinhaber Boris Tadic und sein Herausforderer Tomislav Nikolic von der Fortschrittspartei in einer Fernsehdebatte aufeinandergetroffen. Und diese verlief recht kontrovers. Die Serben dürften nicht länger von Tadic in Geiselhaft gehalten werden, sagte etwa Nikolic, und: die Menschen würden heute schlechter leben als noch vor fünf Jahren. Ein wichtiges Thema war auch die Unabhängigkeit der Provinz Kosovo. “Tadic war Präsident Serbiens, als das Kosovo unabhängig wurde”, sagte Nikolic. “Ich möchte Sie daran erinnern, dass Tadic einen Brief an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag geschickt hat, in dem er die Richter bat, ihre Meinung zur Unabhängigkeit des Kosovo abzugeben.”

Boris Tadic wies die Vorwürfe umgehend zurück. “Serbien hat das Kosovo verloren, weil wir mit Waffengewalt vertrieben wurden”, erklärte er. “Als ich Präsident wurde, gab es im Kosovo keinen einzigen serbischen Soldaten oder Polizisten mehr. Es gab nicht einmal mehr serbische Institutionen. Für solche Institutionen habe ich immer gekämpft.”

Nikolic wirft Tadic zudem Wahlfälschung vor und behauptet, Tadics Anhänger hätten am 6. Mai bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen systematisch betrogen. Dennoch hat Nikolic bei der Stichwahl am Sonntag wenig Chancen: Laut Umfragen könnte Tadic knapp 60 Prozent der Stimmen erhalten.