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G8-Gipfel: Von Protesten keine Spur

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G8-Gipfel: Von Protesten keine Spur

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Der G8-Gipfel findet vor den Toren des Städtchens Thurmont im US-Bundesstaat Maryland statt, doch für die Einwohner ist es einfach ein schöner Frühlingstag. Keine Aufregung, keine Hektik, keine Demonstranten. Nun ja, fast. Aus dem Nichts taucht Mark aus West Virginia auf und prügelt auf die Weltenlenker ein. “Sie haben keine Ahnung”, sagt er, “sie sind auf der falschen Spur. Sie müssen einsehen, dass das System so verfault ist, dass sie ganz von vorne anfangen müssen.”

Eine andere Gruppe von G8-Gegnern hat einen Stand an der Hauptkreuzung des Städtchens aufgebaut. “Was wir brauchen, ist, dass wir die Bevölkerung der USA und Europas mobilisieren, damit sie ihre Führer dazu bringen, sich mit der echten Krise zu befassen”, sagt Ben Deniston. “Die Idee, weiterzumachen und das System zu retten, wird nicht funktionieren.”

Demonstranten zu suchen ist eine schwierige Aufgabe an diesem ersten Gipfel-Tag. Etwas außerhalb der Stadt, in den Catoctin-Bergen, trommelt ein einsamer Buddhisten-Mönch um Aufmerksamkeit. Aber seine einzigen Zuhörer sind ein paar Polizisten. Denn die Politik wird unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gemacht. Ein echter Friedensaktivist muss da zu seinem eigenen Rhythmus marschieren.