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Kanada: Sexausstellung erregt - Gemüter

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Kanada: Sexausstellung erregt - Gemüter

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Alles über Sex – das verspricht das kanadische Wissenschaftsmuseum in der Hauptstadt Ottawa. Manchen ist das gleich ein bisschen zuviel über Sex: Auch wenn das Museum eine wissenschaftlich und feinfühlig angelegte Ausstellung verspricht, war sie doch an sich für Kinder ab zwölf gedacht. Jetzt dürfen nach Protesten nur noch Jugendliche ab sechzehn hinein, jedenfalls ohne erwachsene Begleitung.

James Moore, ein Bundesminister, macht seinem Unmut über die Ausstellung Luft: Natürlich sei das Museum unabhängig, sagt er; aber man habe ihn um seine Meinung gebeten, und danach seien die sexuell eindeutigen Objekte ohne Zustimmung der Eltern ungeeignet für Minderjährige.

Eine Abgeordnete dagegen, die Liberale Carolyn Bennett, verteidigt die Ausstellung: Je mehr die Leute über Sex lernten, sagt sie, desto weniger komme es zu ungewollten Schwangerschaften.

In zwei anderen Städten lief die Ausstellung ohne Beanstandungen. Das Museum spricht von rund fünfzig Beschwerden – vor der gestrigen Eröffnung, also ohne dass die Schau überhaupt schon zu sehen war. Ob es seitdem neue Beschwerden gab, teilte es nicht mit.