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G8: Obama wünscht sich wachstumsfreudigere Europäer

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G8: Obama wünscht sich wachstumsfreudigere Europäer

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Die Staats- und Regierungschefs der G8, der größten Industrienationen, sind am Landsitz des amerikanischen Präsidenten in Camp David zusammengetroffen. Zunächst begann man mit einem gemeinsamen Essen. Im Vordergrund des Treffens stehen Schuldenkrise und Wachstumsbemühungen. Weitere Themen waren die Lage in Syrien, das iranische Atomprogramm und Nordkorea.

Präsident Obama drängt die Europäer zu einer stärker wachstumsorientierten Politik, was den Kurs des Treffens vorgeben dürfte.

Zuvor hatten Großbritanniens Premierminister Cameron und Frankreichs neuer Präsident Hollande beim ersten bilateralen Kennenlernen ihre Differenzen in Sachen Finanztransaktionssteuer bekräftigt. Hollande will damit Geld für Wachstumsimpulse eintreiben, Cameron stellte hingegen klar:

Man werde in Europa oder Großbritannien kein Wachstum erzielen, indem man eine neue Steuer einführe, die sowohl Privatleute als auch Geldinstitute treffe. Das sei keine vernünftige Maßnahme, und deshalb unterstütze er sie nicht.

Traditionell mit von der Partie sind auch die Spitzen der EU, Ratspräsident Van Rompuy und Kommissionspräsident Barroso. Sie bemühten sich, Spekulationen über einen Euro-Austritt Griechenlands zu zerstreuen.

“Griechenland ist Teil der europäischen Familie und Teil des Euro-Projekts. Und die Europäische Union wird alles daran setzen, dass das so bleibt. Wir stehen zu unseren Zusagen an Griechenland, und wir erwarten, dass die griechischen Behörden ebenso die gemeinsam vereinbarten Bedingungen für die Finanzhilfe erfüllen”, erklärte Barroso. Zu einem Plan B, einem Notfallplan für einen möglichen Austritt, wollte Barroso nach entsprechenden Äußerungen eines EU-Kommissars nicht Stellung nehmen.

Das Resümee unseres Reporters in Maryland: “Politische Entscheidungen sind bei diesem Gipfel nicht zu erwarten. Die Gespräche am ersten Tag dienten vor allem dem Kennenlernen der G8-Neulinge Hollande, Monti und Noda. Beim großen Thema Krisenbewältigung steht ausgerechnet Gipfelveteranin Angela Merkel zunehmend isoliert da. Die Frage ist, wie lange sie dem Druck nach größerer Wachstumsförderung noch standhalten kann.”