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Machtwechsel in Serbien: Nikolic wird Präsident

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Machtwechsel in Serbien: Nikolic wird Präsident

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Mit Tomislav Nikolic als Präsident ist in Serbien eine neue Ära angebrochen. Der 60-jährige Nationalist setzte sich überraschend gegen den
bisherigen Amtsinhaber Boris Tadic durch.

Noch am Wahlabend erklärte Nikolic, dass Serbien nicht von seinem Europa-Kurs abweichen werde.
Passanten in Belgrad scheinen diese Einstellung zu begrüßen: “Vor allem das Problem der Korruption muss bekämpft werden. Wir müssen Richtung Europa blicken und diesem Kurs treu bleiben, denn es gibt keine Alternative.” Ein anderer Mann meint:
“Diese Wahl hat gezeigt, dass ein Wandel bevorstand. Wir wollen ein besseres Leben, mehr Jobs und wir müssen nicht nur in Richtung EU sondern auch nach Russland blicken.”

In Kosovo stößt Nikolic jedoch auf Misstrauen. Für viele ist er ein unverbesserlicher Ultranationalist und der ideologische Erbe des Serbenführers Slobodan Milosevic. Ein Rentner klagt: “Es ist schlecht für Serbien, mit dem Land geht es bergab. Nikolic steht für den serbischen Radikalismus und Patriotismus.”

Für Nikolic kommt eine Anerkennung Kosovos als eigenständiger Staat nicht in Frage. Die EU-Kommission rief ihn dazu auf, für eine Verbesserung in den Beziehungen zum Kosovo zu sorgen.

Der Verlierer der Wahl, Tadic, galt als der Favorit der EU, doch die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit wurden ihm zum Verhängnis.

Die Wahl hat Serbien erschüttert und einem politischen Experten zufolge wird die neue Regierung nicht vor Juli oder August zustandekommen.