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NATO berät in Chicago Fahrplan für Afghanistan-Abzug

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NATO berät in Chicago Fahrplan für Afghanistan-Abzug

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Zum Abschluss ihres Gipfels in Chicago beraten die 28 Staats- und Regierungschef der NATO am Montag über einen Fahrplan für den Abzug des Bündnisses aus Afghanistan. Außerdem überlegen sie, wie auch nach dem Abzug der Kampftruppen Ende 2014 Sicherheit und demokratischer Wiederaufbau in Afghanistan garantiert werden kann.

“Heute wollen wir die nächste Übergangsphase entschieden. Unser Ziel ist es, dass die afghanischen Truppen 2013 die Führung der Kampfoperationen im ganzen Land übernehmen”, kündigte US-Präsident Barack Obama an.

Geklärt werden soll auch, wie die Finanzhilfen für Afghanistan unter den Bündnispartnern aufgeteilt werden soll. Die Alliierten wollen Afghanistan neben Ausbildern jährlich mehr als 3 Milliarden Euro für den Unterhalt von Armee und Polizei zukommen lassen.

Die Afghanen setzen große Hoffnung auf den Geldsegen aus dem Westen: “Wenn sich die Völkergemeinschaft um die Wirtschaftslage kümmert und sie verbessert, dann wird niemand zu den Waffen greifen und das Land destabilisieren”, meint Dschanat Kahn. “Wir sind froh, dass der Gipfel in Chicago die afghanische Regierung so stark unterstützt und der Welt zeigt, dass die NATO Afghanistan nicht im Stich lassen wird”, sagt Mohammed Jussuf.

Für Verstimmung gehört die Ankündigung von Frankreichs neuem Präsidenten François Hollande, dass er seine Kampftruppen schon bis Ende 2012 abziehen werde – zwei Jahre früher als beschlossen.