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"Viele Italiener haben kein Vertrauen in ihre politische Klasse"

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"Viele Italiener haben kein Vertrauen in ihre politische Klasse"

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In Italien haben die Bürger in 118 Städten und
Gemeinden ihre Bürgermeister gewählt. Besser gesagt: Nicht gewählt. Am Sonntag, dem ersten von zwei Wahltagen, gaben nur rund 36 Prozent der Wähler ihre Stimme ab, so das Innenministerium.
 
In der ersten Wahlrunde hatten die Wähler Rechtsparteien PdL (Volk der Freiheit) und Lega Nord abgestraft.
 
Der Politkomiker Beppe Grillo erzielte mit seiner
“Fünf-Sterne-Bewegung” beachtliche Erfolge – sie bezeichnet sich selbst als populistische, ökologische Anti-Korruptions-Bewegung.
 
 
 
Luigi Spinola, Journalist, politischer Analyst:
 
“Im Moment haben die Italiener das Gefühl, sie können ihrer politischen Klasse nicht vertrauen. Und das liegt daran, dass 20 Jahre nach dem
Parteien-Korruptionsskandal “Mani pulite” neue Skandale gezeigt haben, dass viele Parteien nach wie vor mit öffentlichen Geldern nicht transparent umgehen.
 
Das soziale Klima ist zur Zeit sehr angespannt. Selbst terroristische Übergriffe scheinen möglich, von Gruppen, die die Lage ausnützen.
 
Es ist also offensichtlich, dass es jenseits des “weiter so”, jenseits der politischen Stabilität dieser Regierung und der Bereitschaft der Parteien zu weiteren unpopulären Maßnahmen in der Krise ein neues Problem gibt: die Sicherheit und Stabilität des italienischen Gesellschaft.”
 
 
mit dpa