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Italiener strafen Rechtsparteien ab und wählen Politkomiker

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Italiener strafen Rechtsparteien ab und wählen Politkomiker

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Die Hälfte der Wahlberechtigten ging gar nicht erst an die Urnen bei diesen Kommunalwahlen – und die andere stimmte aus Frust über die aktuelle Politik in Italien für die Protestkandidaten.

So zog etwa in der Großstadt Parma Federico Pizzarotti mit stolzen 60 Prozent ins Rathaus ein – als erster Bürgermeister der “Fünf-Sterne-Bewegung”. Die hatte sich 2009 um den aufmüpfigen Politkomiker Beppe Grillo gegründet.

“Wir haben Stalingrad gewonnen”, hatte Grillo nach dem Wahlsieg in diesem VideoBlog gepostet, “nun marschieren wir gen Berlin.” Sein wahres Ziel ist dabei gewiss das italienische Parlament im Jahr 2013.

Doch wer ist dieser bärtige Beppe Grillo? In einem Interview mit euronews 2007 beschrieb der 64-Jährige sich so:.

“Tja, Wer bin ich? Ich bin Beppe Grillo, geboren als ein komisches, fantasierendes Wesen – ich weiss heute noch nicht, in was ich mich verwandeln werde.”

Es war in Mitte der 70er Jahre als er durch Fernsehauftritte berühmt wurde: ökonomisch-ökologische Komik nennt er das, worüber die Menschen lachen und nachdenken sollen: Umweltpolitik, Haushaltsentscheidungen, Energiefragen. 2007 organisiert Grillo weltweit den „Leck-mich-am-Hintern-Tag“.

2005 startete er seinen eigenen Blog, der zu einem der meist besuchten weltweit wird und Einfluss nimmt auf das Denken der Menschen in Italien. Grillo hat scheint sein Kommunikationsinstrument gefunden zu haben.

Das Enfant terrible der italienischen Politik – seine Ideen haben den Frustnerv der Italiener getroffen.

Beppo Grillo kämpft für eine direkte Demokratie und gegen die Korruption im eigenen Land. Vor drei Jahren liess er die „Charta von Florenz“ unterzeichnen: Öffentliches Wasser und öffentliche Verkehrsmittel, ein Mindestlohn für jedermann und Investionen in Erneuerbare Energien – das sind die Themen, für die der 64-jährige lautstark und witzig zugleich wirbt.